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Dieter Schölzel



Nachruf
Dresdner Architekt Dieter Schölzel verstorben


Wie seine Familie heute der Akademie bekanntgab, ist Dieter Schölzel am Freitag, 6. Mai 2016, nach langer Krankheit verstorben.

Dieter Schölzel wurde am 4. Juni 1936 in Hauswalde (Kreis Kamenz) geboren. Nach seinem Architekturstudium 1954 bis 1961 an der Technischen Universität Dresden war er von 1961 bis 1965 Assistent, arbeitete ab 1965 als Architekt im Institut für Kulturbauten Berlin und ab 1969 als Leiter der Außenstelle in Dresden. Von 1990 bis 1996 leitete er das Dresdner Büros der AIK Planungsbüro Kulturbauten GmbH. Seit 1997 war er als freier Architekt in der Architektengemeinschaft Kulturbauten tätig.

Mit Dieter Schölzel verbinden sich der Wiederaufbau wichtiger Kulturbauten Dresdens, wie der Semperoper, der Frauenkirche, des Dresdner Stadtschlosses und des Taschenbergpalais. In den neunziger Jahren gehörte er zu den Initiatoren der Gestaltungssatzung zum Dresdner Neumarkt: "Ich gehe davon aus, dass moderne Architektur nicht alles leisten kann. Moderne Architektur hat viele Erfolge bei Einzelbauten, aber nicht bei Stadträumen oder beim 'alten Marktplatz'. Zu wünschen wäre, dass nicht nur unter Architekten, sondern auch mit Investoren ein Grundkonsens gefunden wird, ... dass an der einen oder anderen Stelle eine ganz besondere Lösung entsteht..." Obwohl er zeitgenössische Stadtentwicklungen kritisch begleitete, legte er mit Wolfgang Hänsch alternative Umbauplanungen zum Kulturpalast Dresden vor, die auf den Erhalt des Kulturpalastes als wichtiges Zeugnis der Nachkriegsarchitektur in Ostdeutschland zielten.

Vom Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf wurde Dieter Schölzel am 23. Januar 1996 zum Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste berufen. Dieter Schölzel war in den ersten Jahren eines der aktivsten Mitglieder der Klasse Baukunst. Beiträge und Diskussionen sind u.a. in den Akademie-Publikationen "Bautzen. Probleme der Stadtentwicklung" (Dresden 1999), "Dresden. Stadtplanung und Stadtentwicklung" (1999) und "Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne in Dresden" (Dresden 2003) enthalten.

Im Auftrag der Akademie setzte sich Dieter Schölzel 1997 mit dem damaligen Akademie-Präsidenten Werner Schmidt dafür ein, den Bautzner Rietschel-Giebel wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dass die von Ernst Rietschel 1840 für das Dresdner Hoftheater geschaffene Figurengruppe, seit 1902 am Theater Bautzen befindlich und nach dem Abbruch des Theaters 1969 eingelagert, seit 2005 auf der Ortenburg Bautzen wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ist unter anderem Dieter Schölzel zu danken.

Die Akademie verliert mit Dieter Schölzel einen kunst- und architektonisch versierten Experten und einen anregenden, im In- und Ausland geachteten Kollegen. Der Termin der Trauerfeier wird von der Familie bekanntgegeben.

Dresden, 11. März 2016

Sächsische Akademie der Künste


Dieter Schölzel

Geboren am 4. Juni 1936 in Hauswalde (Kreis Kamenz), gestorben am 6. Mai 2016 in Dresden · 1954-61 Architekturstudium an der Technischen Universität Dresden · 1961-65 Assistent bei Mühler · 1965-90 Architekt im Institut für Kulturbauten Berlin · ab 1969 Leiter der Außenstelle Dresden · 1990-96 Leiter des Dresdner Büros der AIK Planungsbüro Kulturbauten GmbH · ab 1997 freier Architekt, Architektengemeinschaft Kulturbauten.

Bauten

Mitwirkung beim Wiederaufbau der Dresdner Semperoper, Frauenkirche, des Schlosses und Taschenbergpalais Dresden · Planung des Nationaltheaters Damaskus, der Konzerthalle Havanna · Bebauungsplan Elbhang Dresden-Loschwitz · Vorplanung zum Umbau des Kulturpalastes Dresden zur Dresdner Philharmonie · Sanierung des Barockschlosses Rammenau und des Theaters Putbus (Rügen) · Ausstellungsgestaltungen.

Publikationen

Kulturhäuser und Klubs. Schriftenreihe des Instituts für Kulturbauten. Heft 2, Berlin 1975 · Kulturelle Einrichtungen in gesellschaftlichen Zentren. Schriftenreihe des Instituts für Kulturbauten. Heft 3, Berlin 1975 · Reform des Theaterbaus. In: Gottfried Semper zum 100. Todestag. Dresden 1979 · Rekonstruktion von Theatern. Schriftenreihe des Instituts für Kulturbauten. Heft 8, Berlin 1979 · Die Bauten des Dresdner Kulturforum. Der Theaterplatz und seine Bauten. In: Kulturbauten und Denkmale 1/1991 · Der Kulturpalast Dresden im Planungskonzept. In: Dresdner Hefte 44/1995 · Zur künftigen Gestaltung des Neumarktes in Dresden (mit Walter Köckeritz). In: Die Dresdner Frauenkirche. Jahrbuch 1996 · weitere Beiträge in Bautzen. Probleme der Stadtentwicklung. Sächsische Akademie der Künste Dresden 1999 · Dresden. Stadtplanung und Stadtentwicklung. Sächsische Akademie der Künste 1999 · Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne in Dresden. Sächsische Akademie der Künste Dresden 2003.